Waldfriedhof – Alter Teil

Wer Friedhöfe mag, wird den alten Teil des Münchner Waldfriedhofs lieben ! Als erster Friedhof seiner Art in Deutschland entstand der Alte Waldfriedhof zwischen 1899 und 1907 im Fichtenforst des Fürstenrieder Schlosses.

Das, wie ich finde, Besondere am Alten Waldfriedhof ist, dass er genau das ist, was der Name verheißt: ein Wald. In der Stadt. Der Friedhof liegt an der stark befahrenen, streckenweise 6-spurig ausgebauten, Fürstenrieder Straße im Stadtteil Fürstenried / Hadern. Sobald man den Friedhof betritt und wenige Meter hineingeht schluckt der alte Baumbestand sämtliche Geräusche und man findet sich in einer wohltuenden Stille wieder. Die Luft ist klar, die Vögel zwitschern und die Eichhörnchen spielen fangen zwischen und auf den Grabsteinen.

Stadtbaurat und Friedhofsarchitekt Professor Hans Grässel (dessen Grab sich in Sektion 139-V-SG findet) erschuf hier einen Friedhof ohne die übliche strenge Geometrie. Beinahe schon „wahllos“ und ohne System scheinen sich die Gräber aneinander zu reihen.

Natürlich ist es nicht halb so unordentlich wie es auf den ersten Blick scheint: Die Grabstätten sind in Grabfelder angeordnet und die folgen, wie üblich, einem Plan. Dieser Plan ist auch in regelmäßigen Abständen auf dem Friedhofsgelände einsehbar.

In den Jahren 1963 bis 1966 wurde der Waldfriedhof um den neuen Teil ergänzt. Als größter Friedhof der Landeshauptstadt München umfasst der Waldfriedhof (Alter und Neuer Teil) ca. 65.000 Grabstätten auf einer Fläche von ca. 170 Hektar.

Wer sich also zu einem „Spaziergang“ auf diesem Friedhof entschließt sollte Zeit mitbringen – und sich die Lage der Ausgänge, die auch nach offiziellem Toresschluss noch von innen geöffnet werden können, gut einprägen. Schnell hat man sich auf den Waldwegen verlaufen – die gut ausgebauten Hauptwege allerdings führen einen immer wieder auf den richtigen Pfad.

Ich war beinahe 4 Stunden unterwegs und habe nur einen Bruchteil des Alten Teils gesehen. Einige Grabfelder waren zudem wegen den Schäden durch Sturmtief Niklas gesperrt, so dass ich nicht überall hin konnte – das Foto vom Krone-Mausoleum bleibe ich in diesem Beitrag leider schuldig. Dafür habe ich ein anderes, äußerst imposantes Mausoleum aufgetan:

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Hier handelt es sich um das Grabmal von Frau Luise Bürkel (*1867 +1921), was genau sie gemacht hat, bleibt im Dunkeln – aber wer auch immer ihr dieses Mausoleum errichten lies … hatte Geld und einigs für die Dame übrig 😉

Auch aus dem bayerischen Hochadel habe ich ein Grab aufgetan:

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Das habe ich allerdings eher zufällig gefunden – bin sozusagen drüber gestolpert. Für den Hochadel ist dieses Grabmal schon sehr schlicht gehalten. Insbesondere wenn man es mit vielen anderen auf dem Alten Waldfriedhof vergleicht.

Weil ich dieses Mal wirklich sehr viele Bilder gemacht habe, werde ich sie ausnahmsweise nicht alle kommentiert untereinander auflisten, sondern der Einfachheit halber eine Galerie zum Durchklicken einfügen.

Trotzdem viel Spaß beim Gucken 🙂



 

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