Buchvorstellung: Und Gott sprach: Es werde Jonas

Und Gott sprach: Es werde Jonas
von Sebastian Niedlich

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1358 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: dotbooks Verlag, Auflage: 1 (01. September 2015)
ASIN: B00YSKUGIO
Preis: 5,99 Euro (für Kindle), 9,99 Euro (Taschenbuch)
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Beschreibung:

Wie ein antikes »Shades-of-Grey«-Vorbild verstand er sich auf den Umgang mit der Peitsche (für die Jüngeren unter uns: Vertreibung der Händler aus dem Tempel, Sie wissen schon) – aber hatte Jesus auch mal Grund zum Lachen? Wir wissen es nicht. Fest steht, dass humorvolle Bücher über Gottes Sohn auch 1979 Jahre nach seinem vermutlichen Tod noch immer eine breite Leserschaft begeistern: vom Weltbestseller wie »Die Bibel nach Biff« von Christopher Moore über romantische Komödien wie »Jesus liebt mich« von David Safier bis zu kultigen Underground-Romanen wie »Gott bewahre« von John Niven.
Was aber passiert, wenn Gott sich einen neuen Messias aussucht – und nicht für Kardinal Meisner oder Justin Biber entscheidet, sondern den leicht chaotischen Jonas aus Berlin? Die Antwort auf diese und viele andere drängende Fragen finden sich in Sebastian Niedlichs neuem Roman, in dem noch dazu aus den berühmt-berüchtigten 10 Geboten (na, mal ehrlich: Könnten Sie alle nennen?) eine verblüffend einleuchtende und allumfassende Drei-Wort-Formel wird.
Wenn das keine Karriere ist: Gerade noch war Jonas ein Nobody – im nächsten Moment hält die Welt ihn für den neuen Messias, den Gott geschickt hat, um … ja, was nun eigentlich genau? Jonas ist dies ziemlich egal. Er will keine Jünger, er will seine Ruhe. Und wie beweist man am besten, dass man nicht der Auserwählte ist? Man versagt beim Wirken eines Wunders. Soweit der Plan. Doch auf einmal merkt Jonas, dass er wirklich Kranke heilen kann. Und damit geht das Chaos erst richtig los.
Kann aus einem russischen Schläger ein strahlender Apostel werden? Verliebt sich der Heiland grundsätzlich in Frauen mit fragwürdiger Vergangenheit? Und mit welcher einfachen Aufgabe kann man die Welt verändern? Finden Sie es heraus – Gott, der Allmächtige, verrät es Ihnen höchstpersönlich in Sebastian Niedlichs neuem Roman UND GOTT SPRACH: ES WERDE JONAS.

Meinung:

Auch der zweite Roman von Niedlich basiert auf einer prima Idee: was wäre, wenn nicht nur in der Bibel von Gott auserwählte Propheten unterwegs waren, sondern wenn Gott auch heute noch von ihm speziell auserwählte Menschen als Propheten in die Welt bringt?

Jonas Carstens (man beachte die Initialen 😉 !), ein leicht verpeilter Berliner Romanautor (der allerdings beinahe ausschließlich unter weiblichem Pseudonym veröffentlicht), wurde also von Gott auserkoren als Prophet durch die Welt zu gehen.

Als Jonas dabei versucht seine Beziehung zu seiner Freundin Lena zu retten, wird er von einem, von einer Kirche herabfallenden, Kreuz erschlagen. Wenige Tage später erwacht er in der Leichenhalle zu neuem Leben.

Von da an hat Jonas keine ruhige Minute mehr: seine Jünger belagern sein Haus, man erwartet, dass er Wunder wirkt, und die Spinner und Fanatiker sind natürlich auch nicht weit.

Das Buch ist aus der Sicht von Gott geschrieben – ein allwissender Autor 🙂 Und obwohl er so alt ist wie die Welt, „spricht“ er keinesfalls gestelzt oder antiquiert, sondern vielmehr locker und flockig 🙂 Er plaudert mit seinen Schäfchen 😉

Dass die Charaktere und Szenarien in einem solchen Buch überzeichnet sein müssen ist klar und war auch zu erwarten; Niedlich hat seine Figuren bewusst so schrullig werden lassen, wie sie sind; aber an manch einer Stelle ist es schon ein bisschen arg viel gewesen. Ein Bodyguard mit einer Vergangenheit beim russischen Militär, der spricht wie Meister Yoda und Skrupel hat, jemanden zu erschießen ? Schwierig. Eine Mutter, die so fromm ist, dass man sich fragt, ob sie überhaupt an der Zeugung ihres Sohnes dabei gewesen sein kann ? Beinahe möchte man an die unbefleckte Empfängnis glauben … 🙄

Auf halber Strecke gewinnt man den Eindruck, dass Niedlich das Buch einfach nur noch irgendwie zu Ende bringen möchte – denn anstatt dass Jonas versucht, Kapital aus seiner Rolle als „der neue Messias“ zu schlagen, versucht er nur noch so schnell wie möglich aus der Nummer rauszukommen und geht dafür sogar äußerst ungewöhnliche Wege.

Der Niedlich so eigene Humor aus seinem Debüt-Roman ist hier leider etwas verloren gegangen, auch wenn die Kommentare von Jonas als auch von Gott durchaus hin und wieder vor Sarkasmus und Ironie triefen und mich doch das ein oder andere Mal zum Schmunzeln gebracht haben. Es reicht einfach nicht an das Erstlingswerk heran: die Leichtigkeit des Schreibens ist verloren gegangen. Das ist äußerst bedauerlich, erlebt man aber ja bei (ungeplanten) Fortsetzungen leider öfter.

Fazit:

Solide ! Kommt aber m.E. nicht an den Vorgänger „Der Tod und andere Höhepunkte meines Lebens“ heran.

4 von 5 Sternen



 

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