James Bond 007: Spectre

Am Montag waren wir im Rahmen einer Charity – Veranstaltung der Deutschen Freunde der Hadassah Medical Relief Association e.V. zu einer Exklusiv-Vorführung von Spectre im Gloria-Palast eingeladen. Die Party war großartig organisiert, das Essen hervorragend und ordentlich Spenden sind auch zusammen gekommen 🙂 Da geriet der Film ja beinah zur Nebensache – aber eben nur beinahe.

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Ich bemühe hier einmal kurz die Wikipedia:

James Bond 007: Spectre (Originaltitel: Spectre) ist ein britischer Agententhriller und der 24. Film aus der James-Bond-Film-Reihe. Der Film knüpft an den Vorgängerfilm Skyfall (2012) an und führt gleichzeitig die Handlung von Casino Royale (2006) und Ein Quantum Trost (2008) fort. Die Weltpremiere feierte der Film am 26. Oktober 2015 in London. Der Film startete in Deutschland und der Schweiz am 5. November, in Österreich am 6. November 2015.

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Inhalt:

Am „Día de Muertos“ (dem Tag der Toten) tötet Bond in Mexiko City zwei Männer. Den Auftrag dazu hat er in einer Videobotschaft von „M“, einen Tag nach ihrem Tod, erhalten. Er soll einen Mann namens „Sciarra“ suchen, töten und auf keinen Fall seine Beerdigung verpassen. Sciarra ist in dem Haus, das Bond in Mexiko in die Luft jagt, überlebt aber. Bond verfolgt ihn durch die feiernden Menschenmassen und wirft ihn später aus dem Hubschrauber, mit dem Sciarra eigentlich fliehen wollte. Zuvor gelingt es Bond, Sciarras Ring, auf dem ein Krake eingraviert ist, an sich zu nehmen.

Zurück in London wird Bond mit sofortiger Wirkung suspendiert. Das MI6 steht ohnehin völlig Kopf – kurz vor der drohenden Fusion mit dem MI5 und die drohende Abschaffung des Doppelnull-Programms. Nichtsdestotrotz reist Bond nach Rom um an Sciarras Beerdigung teilzunehmen. Anschließend trifft er sich mit Sciarras Witwe und bekommt Informationen über einen Geheimclub. Sciarras Ring sichert ihm den Eintritt. Zunächst kann Bond dem Treffen unbehelligt folgen, ehe er von Oberhauser enttarnt wird und fliehen muss. Obwohl er von einem Killer der Organisation durch halb Rom gejagt wird und sein Aston Martin schwer leiden muss, kann Bond entkommen. Er lässt Moneypenny nach einem „Blassen König“ und Oberhauser Recherchen einholen. Sie findet heraus, dass die Spuren zu Mr White führen, dessen letzter bekannter Aufenthaltsort Altaussee in Österreich ist.

Tatsächlich trifft Bond Mr White dort an – von einer Thallium-Vergiftung schwer gezeichnet und dem Tode näher als dem Leben. Er erzählt Bond, dass er nach „L’Americain“ suchen soll und dass seine Tochter, Madeleine Swann, die in einer Klinik in den Bergen arbeitet ihm alles darüber sagen kann. Tatsächlich gelingt es 007 die Tochter ausfindig zu machen. Diese wird jedoch vor seinen Augen von Hinx (der Bond durch halb Rom gejagt hat) entführt. James kann sie befreien und gemeinsam treffen sie sich mit Q – dem IT-Spezialisten des MI6. Q findet heraus, dass das L’Americain ein Hotel in Marokko ist und dass der Ring, den Bond von Sciarra gestohlen hat, Informationen über 007s frühere Missionen beinhaltet.

Madeleine und James fliegen nach Marokko und mieten sich im L’Americain in der Suite ein, in der White seit Jahren seinen Hochzeitstag verbrachte. Dort finden sie Hinweise auf einen Ort mitten in der Wüste. Natürlich machen sie sich auf den Weg dorthin. In der hochmodernen Zentrale von Spectre in einem Krater mitten im Nirgendwo treffen sie Oberhauser wieder, der Bond foltert und dabei auch einiges über die Vergangenheit preis gibt: Oberhauser ist der Sohn des Mannes, der Bonds Ziehvater war. Nachdem er den Tod seines Vaters vorgetäuscht hatte (und seinen eigenen vermeintlich auch), ist er unter falschem Namen abgetaucht. Mit Hilfe einer explodierenden Armbanduhr können Bond und Swann entkommen.

Zurück in London kommt es zum Showdown.

Meinung:

Hochgelobt als „Bester Bond aller Zeiten“ bin ich mit einigen Erwartungen ins Kino gegangen. Vorneweg: es ist ein guter Bond. Nicht unbedingt der beste ever, aber ein guter.

Spectre hat alles, was ein guter Bond haben sollte: tolle Kulissen, coole Drehorte (Mexiko, Rom, Österreich, Marokko, London …), ausreichende und gute Actionszenen. Der Spannungsbogen beginnt im Vorspann und wird auch einigermaßen konsequent gehalten. Was mir gut gefallen hat: es wurden durchaus aktuelle Themen verarbeitet. Die Erschaffung des „Nine-Eye-Systems“, was die totale Überwachung und Kontrolle durch die Geheim- und Nachrichtendienste und damit einhergehend Terror zur Folge hätte. Durchaus kritisch und auch ein bisschen selbstironisch tritt Craig hier als Bond auf – so kennt man ihn aus den Vorgänger-Bonds eher nicht.

Die, für meinen Geschmack, mit Abstand beste Szene ist die in Mexiko-Stadt – da war schon gleich in den ersten Minuten wirklich was geboten. Die Verfolgungsjagd durch Rom mutete dagegen etwas lahm an um ehrlich zu sein: zu wenig Verkehr, zu langatmig, das Ende zu unspektakulär. Bösewichte hat Bond auch schon bessere gesehen, wobei Christoph Waltz als Oberhauser nicht schlecht ist. Aber so richtig Gänsehaut konnte er mir halt auch nicht machen.

Logik oder einen Bezug zur Realität indes darf man von einem Bond nicht unbedingt erwarten – auch bei den älteren gibt es da immer mal wieder was auszusetzen (vorsichtig formuliert). Die Witwe des Mannes, den man getötet hat, am Tag der Beerdigung in die Kiste zu ziehen … äh ja … Sich in einem durch das Niemandsland fahrenden Zug mit einem Tier von einem Mann prügeln obwohl man sich hinterher mit dessen Chef auf ein „gemütliches“ Pläuschchen trifft … öh … Hat er eben noch elektrische Bohrer im Schädel, schießt er sich im nächsten ohne Anzeichen von Schmerzen oder sonstigen Einschränkungen den Weg frei, die Herzdame immer im Schlepptau und fliegt „mal eben schnell“ mit einem Hubschrauber Richtung London. Das nur mal am Rande.

Daniel Craig ist für mich einfach kein Bond, aber das ist Geschmackssache. Léa Seydoux ist das unscheibarste Bondgirl aller Zeiten – mausgrau und total still.

Fazit:

Bond ist eben Bond. Er hat die neuesten technischen Gadgets, er hat die coolsten Autos, er hinterlässt eine Spur der Verwüstung und kommt doch aus jeder Schlägerei, Folterkammer, was weiß ich ohne Kratzer und mit perfekt gebügeltem Anzug raus. Er ist eben Bond – der Agent mit der Doppelnull im Dienste Ihrer Majestät.

Die Story ist größtenteils vorhersehbar und zwischenzeitlich etwas wackelig. Dafür gibt es gute Actionszenen. 148 Minuten dauert das Spektakel – und irgendwie … ich weiß nicht. 20 Minuten weniger wären genauso gut gewesen, wie 15 mehr.
Insgesamt sehenswert.

4 von 5 Sternen

 

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