Halloween

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Heute ist Halloween. Wie ist das bei Euch ? Folgt ihr diesem „Brauch“ oder nicht ? Ich bin zwiegespalten.

Einerseits finde ich es ganz lustig, sich zu verkleiden und mit den Kids Süßigkeiten sammeln zu gehen. Andererseits finde ich es auch irgendwie vollkommen überflüssig und, um ehrlich zu sein, sogar ein wenig befremdlich. Warum sollte mein Kind bei fremden Menschen an der Haustür klingeln, „Süßes sonst gibt’s Saures“ rufen und um Süßigkeiten betteln ? Irgendwie schräg oder ?

Was steckt denn eigentlich dahinter, hinter diesem „Halloween“ ? Es ist doch ganz sicher nicht im Sinne des Erfinders, dass man Süßigkeiten sammelt und, wenn man nicht kriegt was man will, Klopapier in Vorgärten verteilt, rohe Eier an Hauswänden zerschellen lässt und so weiter.

Ich bin ja bekannt dafür, dass ich manches hinterfrage und dafür am allerliebsten also die Wikipedia verwende. Die mag nicht immer das Nonplusultra sein, aber mit Halloween sollte sie sich auskennen. Also, das sagt Wiki zu dem Thema:

Halloween (Aussprache: /hæləˈwiːn, hæloʊ̯ˈiːn/, deutsch auch: /ˈhɛloviːn/[1], von All Hallows’ Eve, der Abend vor Allerheiligen) benennt die Volksbräuche am Abend und in der Nacht vor dem Hochfest Allerheiligen, vom 31. Oktober auf den 1. November. Dieses Brauchtum war ursprünglich vor allem im katholischen Irland verbreitet. Die irischen Einwanderer in den USA pflegten ihre Bräuche in Erinnerung an die Heimat und bauten sie aus.

Im Zuge der Irischen Renaissance nach 1830 wurden in der frühen volkskundlichen Literatur eine Kontinuität der Halloweenbräuche seit der Keltenzeit und Bezüge zu heidnischen und keltischen Traditionen wie dem Samhainfest angenommen. Bis heute werden entsprechende Mutmaßungen des Religionsethnologen James Frazer zitiert.

Seit den 1990er Jahren verbreiten sich Bräuche des Halloween in seiner US-amerikanischen Ausprägung von Frankreich und dem süddeutschen Sprachraum ausgehend[2] auch im kontinentalen Europa. Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede. So wurden insbesondere im deutschsprachigen Raum heimatliche Bräuche wie das Rübengeistern in das kommerziell erfolgreiche Umfeld Halloween eingegliedert, genauso nahmen traditionelle Kürbisanbaugebiete wie die Steiermark[2] oder der Spreewald Halloween schnell auf.

Nix mit „amerikanischem Brauch“. Der Brauch ist so europäisch wie ich. Auch die Kürbistradition kommt nicht aus den USA, sondern aus Irland. Einer irischen Sage nach lebte dort der Bösewiche Jack Oldfield. Mit einer List hat Jack den Teufel eingefangen. Seine Bedingung für eine Freilassung war, dass der Teufel Jack nicht mehr in die Quere käme. Der Legende nach konnte Jack nach seinem Tod weder in den Himmel (wegen seiner zahlreichen Missetaten), noch in die Hölle (weil er den Teufel betrogen hatte). Der Teufel jedoch zeigte sich gnädig und gab Jack eine Rübe und ein brennendes Stück Kohle, damit er im Dunkeln wandern kann.

Ursprünglich dürfte der Kürbis, der übrigens aufgrund der Legende auch als „Jack O’Lantern“ bekannt ist, also eher eine Rübe gewesen sein. Die USA allerdings bringen Kürbisse im Überfluss hervor, so dass man anfing Kürbisse auszuhöhlen. Und wo kommen die Fratzen her, die man reinschnitzt, in die Kürbisse ? Na klar: die sollen böse Geister abhalten. Funktioniert aber anscheinend nur begrenzt, wenn man sich die schaurigen Gestalten so anguckt, die da an der Türe klopfen. 😉

Hier bei uns in Bayern ist es so, dass der auf Halloween folgende, namensgebende, 1. November (Allerheiligen) ein sog. „stiller Feiertag“ ist. Das bedeutet für die Feierwütigen unter uns, dass um 2 Uhr in der Früh aus is‘, mit der Party. Ab dann gilt Tanzverbot.

Und: Auch wenn der Bezug zum keltischen Samhain wissenschaftlich nicht haltbar ist, finde ich das am stimmigsten und auch für mich persönlich am schönsten. Ähnlich wie der Winter an Beltane (das wir „Walpurgisnacht“ nennen) im Frühjahr, wird an Samhain der Sommer verabschiedet.

In diesem Sinne: trick or treat !

 

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