TUT – Der größte Pharao aller Zeiten

War ich doch die Tage krank gewesen und hatte extreme-Couching. Also, dacht ich mir, ich schau mal was es im Streaming-Dienst beim Online-Händler meines Vertrauens so gibt. Und natürlich bin ich fündig geworden:

TUT ist eine 6-teilige Miniserie über das Leben und Wirken von Pharao Tutanchamun. Tutanchamun, der Kindkönig, der bereits im Alter von 9 Jahren seinem Vater Echnaton auf den Thron folgt, strebt nach Anerkennung, Ruhm und Macht. Die (kinderlose) Ehe mit seiner Schwester Anchesenamun ist eine rein formale Angelegenheit. Umgeben von seinen „Beratern“ versucht Tutanchamun den Anforderungen an seine Herrschaft gerecht zu werden. Dabei übersieht er nicht, dass Ay, der Wesir, der Hohepriester Amun, der Heerführer Horemheb und nicht zuletzt seine Schwester und ihr Geliebter Ka hinter seinem Rücken Intrigen schmieden, deren Ziel es ist, ihn zu stürzen.

Bei einem Ausflug auf die Märkte Thebens lernt Tutanchamun die junge Halb-Mitanni Suhad kennen. Diese wird ihn später nach einer Schlacht schwer verwundet finden und ihn vor den ägyptischen Heerführern verstecken und ihn gesund pflegen. Die beiden verlieben sich ineinander.

Gemeinsam mit Lagus, einem Krieger aus dem ägyptischen Heer, erreicht Tutanchamun, gerade noch rechtzeitig vor der Krönung von Ka, Theben und sichert sich seine Krone weiterhin. Er schmiedet einen Plan um die Mitanni zu besiegen und führt diesen Plan ungeachtet aller Widrigkeiten durch.

Bei der Schlacht wird er so schwer verletzt, dass er es zwar noch nach Theben schafft, dort aber, am Fest des Re, seiner Verletzung, bzw. dem daraus entstandenen Wundbrand erliegt. Ay wähnt sich endlich am Ziel seiner Träume. Er heiratet Anchesenamun, wird Pharao und sorgt dafür, dass Tutanchamun in einem unscheinbaren Grabmal beigesetzt und sein Name aus der Geschichtschreibung gelöscht wird.

Die Serie ist durchaus mit Liebe zu Detail inszeniert; Historizität indes darf man von einer amerikanischen Dramaserie der Neuzeit natürlich nicht erwarten.
Wer sich allerdings noch nie näher mit der Geschichte um den Kindkönig Tutanchamun beschäftigt hat, wird die, nicht gerade wenigen, Ungereimtheiten kaum feststellen.

Den Cast finde ich persönlich sehr gelungen. Natürlich hat mich vor allem Ben Kingsley angesprochen. Er spielt den Wesir Ay und, meiner Meinung nach konnte diese Rolle nicht besser besetzt werden. Avan Jogia als Tutanchamun passt genauso gut wie Iddo Goldberg als Lagus. Kylie Bunburry als Suha und Sibylla Deen als Anchesenamun verkörpern ein Frauenbild, das auch die Geschichtsbücher über die alten Ägypterinnen leheren: emanzipiert, standfest und selbstbewusst. Dabei sind sie überragend schön, äußerst klug und sehr gewieft!

Für „krank-auf-der-Couch-Gammeltage“ ist die Serie genau das richtige. Sie hat ein bisschen was von Seifenoper, wenngleich nicht mit ganz so viel Schmalz und Drama – aber immer noch genug um den Zuschauer von einer Folge zur nächsten zu bringen. Wer also beide Augen zudrücken kann, was die historischen Unstimmigkeiten angeht, der wird belohnt werden. Die Serie macht genau das, wofür sie produziert wurde: sie unterhält.

Von mir gibt’s eine Empfehlung und

4 von 5 Sternen

 

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