Corporate Social Responsibility Day

Heute war es also so weit: CSR = Corporate Social Responsibility Day war angesagt. An diesem Tag sollten also Konzerne ihrer sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen und für einen Tag den „Elefenbeinturm“ gegen das echte Leben tauschen.

Da machen wir natürlich mit ! 🙂 Unter diesem Motto sind also heute morgen pünktlichst um 7:20 Uhr 14 WKGT-ler mit mehr oder minder verschlafenen Gesichtern an der Münchner Großmarkthalle aufgeschlagen. Nach einiger Konfusion, welcher der ungezählten gelben Kioske denn nun gemeint wäre haben wir also doch unsere Einheit gefunden !

Unsere Einheit, das war in dem Fall die Münchner Tafel. In meiner Vorstellung ist die Münchner Tafel eine „Mittagessenstation“ -> Pusteblume !

Die Tafel ist weit mehr als das ! Hier werden Bedürftige mit allem versorgt, was der Mensch zum Leben braucht: das sind in erster Linie natürlich auch Lebensmittel, aber auch Drogerie- und Dekoartikel. Irgendwie war das mehr so wie „Supermarkt im Freien“.

Aber von vorn: Wir wurden also in Zweiergruppen mit einem Tafel-Mitarbeiter auf ein Auto eingeteilt und sind vom Hof der Großmarkthalle stadteinwärts gerollt. Lorena und ich waren mit Günther auf der Rolle. Günther ist eigentlich Rentner und arbeitet zweimal in der Woche ehrenamtlich bei der Münchner Tafel.

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Es war hochinteressant zu sehen, welche Unternehmen mit der Münchner Tafel zusammenarbeiten. Wir waren unter anderem bei manufactum, dm und einem Öko-Bäcker. Natürlich sind auch die großen Supermarktketten mit von der Partie, aber durchaus auch bekannte Feinkostläden wie z.B. im Karstadt oder auch Käfers.

Nach und nach haben wir unser Auto mit Lebensmitteln gefüllt. Gegen Mittag waren wir so weit durch mit unserer Tour und sind wieder zurück zur Großmarkthalle. Dort haben wir eine kurze Kaffeepause eingelegt und sind dann zu unserer Verteilstation nach Milbertshofen gefahren. Dort haben wir noch 4 Kolleginnen getroffen und munter unseren „Open Air Supermarkt“ aufgebaut. Der Wettergott hatte ein Einsehen mit uns – die meiste Zeit des Tages lachte die Sonne vom blauen Himmel ! Zum Schluss hin war es etwas windig und grau geworden, aber ja mei.

Ein von Tami (@tami1277) gepostetes Foto am

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Pünktlich um 14 Uhr öffnenten die Pforten und die Münchner Tafel begrüßt ihre Gäste. 2 Stunden hatten wir wirklich alle Hände voll zu tun die Lebensmittel- und Sachspenden unter’s Volk zu bringen. Danach haben wir noch aufgeräumt und sind wieder zurück zur Großmarkthalle gefahren. Von
dort aus haben wir uns fix und foxi aber glücklich auf den Heimweg gemacht.

Für mich persönlich war der heutige Tag eine echte Erfahrung. Ich habe viel über die Tafel per se gelernt und auch, dass Bedürftige nicht unbedingt wie welche aussehen. Aber die wichtigste Lektion, die ich gelernt habe, ist wohl diese: sei jeden Tag dankbar wie gut es dir geht. Ich bin, dem Himmel sei Dank, in der glücklichen Situation, dass ich mir keine Gedanken darüber machen muss, wie ich mein Kind satt bekomme, oder mich selbst. Ich hab ein Dach über dem Kopf mit funktionierender Einrichtung. Auch das ist nicht selbstverständlich, wie ich heute gelernt habe. Es gibt tatsächlich Menschen in München (!!) die keinen Kühlschrank oder keinen Herd haben.

Ich hab genug zum Anziehen und muss im Winter nicht frieren, weil ich meine Heizkosten bezahlen kann. Bei uns ist es nie still und nie dunkel – weil wir den Strom bezahlen können, damit das Licht brennt und das Radio oder der TV läuft. Noch dazu ist meine ganze Familie pumperlgsund. Bislang war das für mich „normal“. Ich hätte nie behauptet, dass wir im Luxus leben, sondern „ganz normal“.

Aber Luxus liegt im Auge des Betrachters. Aus unserer Sicht mag unsere Einrichtung „normal“ sein – aus Sicht vieler Menschen, die ich heute mit Weintrauben versorgt habe, lebt meine Familie im absoluten Überfluss !

Also: seid dankbar für das was ihr habt – auch wenn es in euren Augen „wenig“ ist. Ihr seid satt, ihr friert nicht und ihr müsst nicht im Dunkeln oder Kalten sitzen. Wenn Ihr dazu noch gesund seid – umso besser ! Was wollt ihr mehr ?

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