Buchvorstellung: Ich bin Malala

Ich bin Malala:
Das Mädchen, das die Taliban erschießen wollten,
weil es für das Recht auf Bildung kämpft

von Malala Yousafzai
mit Christina Lamb

Verlag: Droemer ebook, Auflage 1 (08. Oktober 2013)
Format: Kindle Edition
Seitenzahl: 400 Seiten
ASIN: B00F11IMNA
Preis: 9,99 Euro (für Kindle); 19,99 Euro (Gebunden)
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Inhalt:

Anfang Oktober 2012 wird die damals 15-jährige Pakistani Malala auf ihrem Schulweg von Taliban überfallen und niedergeschossen, weil sie trotz des Verbotes durch die Taliban weiter zur Schule geht und für das Recht eines jeden Kindes / Mädchens auf Bildung kämpft und öffentlich auftritt. Eine Kugel trifft sie im Kopf. Wie durch ein Wunder überlebt Malala den Anschlag. Sie wird nach Großbritannien ausgeflogen und erhält die bestmögliche medizinische und rehabilitative Versorgung, so dass trotz der Schwere der Verletzungen kaum bleibende Schäden zu verzeichnen sind.

Meinung:

Die Geschichte von Malala ging um die Welt. Kaum jemand, der nicht schon einmal von dem Mädchen gehört hat, dass von den Taliban in den Kopf geschossen wurde und überlebte. Ihr Buch ist ein Buch über die Geschichte ihres Landes, die Geschichte ihrer Familie, ihre eigene Geschichte. In weiten Teilen des Buches wird über die Geschichte Pakistans berichtet, darüber, wie alles so kam, wie es letztlich gekommen ist. Wie die Taliban die Macht an sich gerissen haben, über die verzweifelten Versuche der Armee wieder so etwas wie „Normalität“ zurück zu bringen.

Man merkt, dass Malala das Buch keineswegs allein geschrieben hat. Ihre kindliche Beschreibung des Schulalltags, ihres Tales und ihres Tagesablaufs mag nicht so recht passen zur Beschreibung der Gräueltaten durch die Taliban, zur Beschreibung über die politische Situation Pakistans. Außer ihr kommen eben auch ihr Vater und nicht zuletzt Christina Lamb, die Mitautorin und international anerkannte Korrespondentin, zu Wort. Man muss sich immer wieder neu darauf einstellen, dass auf der einen Seite Malala von den Schönheiten des Swat-Tals berichtet und auf der nächsten Seite blutige Kämpfe zwischen Taliban und wem auch immer (mal die Armee, mal die Einwohner …) aus Sicht von Erwachsenen beschrieben werden.

Die Familiengeschichte ist kapitelfüllend und nicht immer hat sich mir erschlossen, was genau das nun alles mit Malalas Geschichte zu tun hat. Es wird erzählt, dass Schulausflüge von Mädchenschulen bereits ein Stein des Anstoßes sein können, oder ihr ausgelassenes Herumtollen im Wald. Genauso ist immer wieder von Selbstmordattentätern, von Gotteskriegern (Dschihadisten), von Märtyrer-Toden zu lesen. Davon, dass Schulen zerbombt werden und unzählige unschuldige Kinder sterben. Davon, dass Mädchen öffentlich ausgepeitscht werden; oder, noch schlimmer, von ihrer eigenen Familie vergiftet werden, weil sie „Schande“ über die Familie gebracht haben. Es wird berichtet von Erdbeben, von Akquise-Bemühungen der Taliban, von geköpften Soldaten und so fort. Manchesmal hat man das Gefühl, dass die radikalen Islamisten am liebsten das Leben per se verbieten wollen.

Und dann wieder kommt Malala, mit dem unerschütterlichen Mut eines Teenagers, der nicht aufhört an das Gute im Menschen zu glauben. Ein Mädchen, dass sich weigert aufzuhören zu lernen, zur Schule zu gehen. Ein Mädchen dass nicht aufhört darum zu kämpfen, dass ALLE Kinder auf dieser Welt eine Schulbildung bekommen.

Fazit:

Keine leichte Kost. Das ist kein Buch, dass man mal eben zwischendurch lesen kann, sondern eines, das einem Schauer über den Rücken jagt und einen manchesmal voller Unverständnis den Kopf schütteln lässt. Das einem an mancher Stelle die Tränen in die Augen treibt.

Es ist die Geschichte von Malala. Die Geschichte eines Mädchens, dass niedergeschossen wird, weil es sich den Forderungen einer Randgruppe wiedersetzt. Aber sie überlebt. Und nicht nur das. Malala lässt sich nicht den Mund verbieten. Sie macht weiter mit ihrem Kampf für das Recht auf Bildung für alle Kinder. An ihrem 16. Geburtstag im Juli 2013 hält sie vor den Vereinten Nationen eine beeindruckende Rede. Im Dezember 2014 erhält Malala den Friedensnobelpreis. Zu Recht.

4 von 5 Sternen

 

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