MotoGP @ Sachsenring

Was für ein Wochenende ! 😀

Zu Weihnachten hatte ich dem Liebsten zwei Tickets für das Heimrennen der MotoGP am Sachsenring geschenkt. Irgendwo im Nirgendwo liegt die Rennstrecke idyllisch in der Nähe von Hohenstein-Ernstthal und Oberlungwitz – klingt, als wäre es der Nabel der Welt 😀

Es hat ne Weile gedauert um herauszufinden, dass das in der Nähe von Gera und Chemnitz ist – und auch Dresden ist nur „einen Katzensprung“ von der Rennstrecke entfernt.

Wir haben uns in Gera ein Hotel genommen und sind dann jeden Tag zur Rennstrecke gependelt – die Pensionen direkt in der Nähe und auch die Hotels in Chemnitz waren dermaßen teuer, dass es günstiger war, jeden Tag 80 km zu fahren.

Donnerstag abend sind wir losgefahren. Zum freien Training am Freitag waren wir pünktlich um kurz vor 10 am Sachsenring. Ist das laut !!! 😡 WAHNSINN !! Oropax mussten her. Dringend. Nachdem wir uns also das erste freie Training der GP angesehen hatten (die beiden anderen Klassen interessieren uns nur am Rande) sind wir noch über das Gelände getingelt.

Das ist ja wahnsinnig groß ! Und was für ein Zirkus ! Unglaublich ! Wie ein Rummelplatz – eine Würstchenbude an der nächsten; Bier, Schnaps, Cocktails – was das Herz begehrt. Merchandise so weit das Auge reicht ! Vier Stunden sind wir rumgetigert und haben uns alles angesehen – was sehr schlau war, im Nachhinein betrachtet. Samstag und Sonntag war das Gelände dermaßen voll, dass man nichts mehr hätte sehen können. Und schon zweimal nicht Mr. MotoGP höchstselbst, der in einer Trainingspause ganz knapp mit dem Roller an uns vorbei gefahren ist :love:

Hab ich schon mal erwähnt, dass ich ein RIESENFAN von VALE bin ?

Nachdem wir also alles gesehen hatten, haben wir beschlossen, noch einen Abstecher ins 80 km entfernte Dresden zu machen. Das hat sich wirklich gelohnt. Dresden ist eine tolle Stadt ! Wir waren zwar nur zwei Stunden dort, aber der erste Eindruck war super ! Es erinnert ein bisschen an Wien, wie ich finde, und es ist beinahe so sauber wie München 🙂 Wunderschön. Wirklich.

Am Abend (also so gegen 19 Uhr) wollten wir mal noch ins Städtchen (Gera) und bisserl gucken und so – weit gefehlt !! Um 18 Uhr werden dort die Bürgersteige hochgeklappt ! Selbst der Versuch ein Lokal aufzutreiben, wo es um 19:45 Uhr noch was zu essen gibt, gestaltete sich schwierig !! 😮 Unglaublich wirklich. Da sagen sich echt Fuchs und Hase gute Nacht :boring:

Samstag haben wir nach einem ausgiebigen Frühstück beschlossen, dass wir eigentlich viel zu müde für das Renngeschehen sind und habe noch eine ausgiebige Runde geschlafen 😀

Zum Qualifying sind wir dann aber doch rechtzeitig aufgeschlagen – das war schließlich trotz der Ausfälle von Jorge Lorenzo und Dani Pedrosa interessant. Stefan Bradl hatte im Training ja noch die Bestzeit gefahren – aber im Qualifying hat’s halt doch nur zur zweiten Startreihe gereicht. Mir persönlich macht das ja nix aus – ich find den Bradl ja sowas von unsympathisch – von mir aus kann der aus der letzten Startreihe kommen. Mir total Banane.

Der Alte-Herren-Club aus Magdeburg in der Reihe hinter uns hat das allerdings völlig anders gesehen 😀 Für die war klar: die Hymne am Sonntag ist entweder deutsch (bevorzugt) oder italienisch (wenn’s halt net anders geht) – auf keinen Fall aber spanisch. Mit Pedrosa und Lorenzo raus war dieser Wunsch zumindest ansatzweise realistisch – allein sie hatten Marc Márquez nicht auf ihrer Rechnung. Den mögen sie nämlich nicht. Wahrscheinlich haben sie Angst (zu Recht), dass er ihrem Stefan den Rang abläuft. Márquez ist der Rookie in dieser Saison. Und er fährt alle in Grund und Boden. Seit dem Rennen am Sonntag führt er in der Gesamtwertung der WM ! Bradl ist … 7. – mit 74 Punkten Rückstand auf Márquez – soviel also dazu 😀

So also auch im Qualifying. Márquez souverän auf der Pole 😀 Die Herren hinter uns habe es zähneknirschend zur Kenntnis genommen und in schönstem Ost-Dialekt gewettert und gemosert :argh: G R A U E N H A F T !!!

Nachdem also die Startaufstellung feststand haben wir uns auf den Weg zu unserem Auto gemacht und sind noch nach Chemnitz gefahren. Da sind wir noch nicht mal ausgestiegen. Sowas trostloses 🙁 Also des war dort echt greislig. Selten so eine scheußliche Stadt gesehen. Da steht alles leer. Am Samstag um 17:15 Uhr hat kein Geschäft mehr offen. Wahnsinn 🙁 Am Abend haben wir einen Vietnamesen in Gera ausfindig gemacht, der auch um 20:00 Uhr noch geöffnet hatte und bereit war, uns etwas zu essen zu servieren 😀

Sonntag morgen haben wir uns zeitig auf den Weg zur Rennstrecke gemacht – und das war auch gut so. Die Polizei hat die ganze Stadt gesperrt, parken war nur am Ankerberg möglich, da waren natürlich nicht nur wir, sondern noch 200.000 andere auch 😉 Nachdem wir also von den, gewohnt, griesgrämigen „Helfern“ und „Ordnern“ eingewiesen worden waren, hatten wir das zweifelhafte Vergnügen über den Ankerberg zur Rennstrecke zu gelangen. Na bravo. Das ist wie auf der Wiesn nur noch versiffter und deutlich schlechter organisiert. Morgens um 10 Uhr volltrunkene Menschen, die irgendwo rumliegen, nicht mehr wissend, wo sie sind oder warum oder wer überhaupt sie sind. Völlig hilf- und orientierungslos. Unglaublich ! Naja. gibt’s wohl überall.

Auch das längste Spießroutenlaufen geht irgendwann zu Ende und einmal auf dem komischen Weg angekommen, der Richtung Rennstrecke führte wurde es mit jedem Meter besser und so haben wir es gerade noch rechtzeitig zur Warm-up-Lap der Moto3 auf unsere Plätze geschafft.

Bis um 15:05 Uhr haben wir uns von dort auch nicht mehr wegbewegt – aus Angst zu Tode getrampelt zu werden 😀 Es war die Hölle los. Auf dem Heimweg haben wir im Radio gehört, dass 204.500 Besucher dort gewesen sind ! Das ist schon ne Nummer. Wir sind direkt nach der Ehrenrunde der GP wieder in Richtung unseres Autos geflitzt – und so konnten wir wahrscheinlich dem größten Verkehrschaos noch entgehen. Für die 6 km zur Autobahn haben wir knapp 45 Minuten gebraucht, was unter den Umständen noch vertretbar ist. Die Autobahn ist in dem Bereich gut ausgebaut und so hat sich das relativ schnell aufgelöst und verlaufen.

Die Heimfahrt war, von 2 km zähfließendem Verkehr an einer frischen Unfallstelle, von einem 20 km Stau zwischen Nürnberg-Feucht und Greding wegen einer Baustelle (der wegen der Roth-Challenge nicht umfahren werden konnte …) und ein bisschen zähfließendem Verkehr in der Nähe von Eching, ereignislos.

Fazit des Wochenendes: Dafür, dass die MotoGP dort in jedem Jahr zu Gast ist, war es grottenschlecht organisiert. Hilfe hat man so gut wie keine bekommen. Die Helfer und Ordner waren durch die Bank unfreundlich. Der sächsische Dialekt wird nie mein Favorit werden. Aber den Rennzirkus einmal im Leben live erleben – das muss schon sein 🙂 Alles in allem hat’s viel Spaß gemacht und war echt eine interessante Geschichte 🙂

Ein paar Fotos hab ich auch noch mitgebracht – danke für’s Anschauen 🙂

[wppa type=“slide“ album=“3″][/wppa]

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.