Buchvorstellung: Forgotten Girl


Forgotten Girl


von Eva-Maria Silber

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 851 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 242 Seiten
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS (31. März 2018)
ASIN: B07BV1P68Q
Preis: 4,99 Euro (für Kindle), 9,80 Euro (Taschenbuch)
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Beschreibung:

Fünf Teenager zelten am Karfreitag 1984 am Totenmaar. Am nächsten Morgen sind drei von ihnen tot – sie wurden auf grausame Art und Weise ermordet. Die anderen beiden überleben schwer verletzt. Sebastian behauptet, nichts gesehen zu haben und Katharina hat durch das Trauma ihr Gedächtnis verloren. Der Täter wurde nie gefunden.

30 Jahre später werden die Morde von Ermittlerin Janna Habena als „cold cases“ wiederaufgenommen. Bei der erneuten Befragung trifft Katharina nach all den Jahren wieder auf Sebastian und die beiden verlieben sich ineinander. Doch kann sie ihm wirklich vertrauen? Spielt Sebastian ihr nur etwas vor, weil er Angst hat, dass sie sich erinnert? Und weiß er mehr als er zugibt?

Forgotten Girl basiert auf einem authentischen, ungelösten Mordfall aus Finnland.

Meinung:

Eine spannende Idee, einen ungelösten, tatsächlich passierten Mordfall an 3 Teenagern in einen Roman zu verwandeln. Die junge Kommissarin Janna Habena macht sich daran den Fall zu lösen, auch wenn sie durch die Brutalität, mit der die Morde geschehen sind, beinahe an ihre Grenzen stößt. Leider gelingt es ihr nicht, dem Täter auf die Spur zu kommen, denn ihre wichtigste Zeugin leidet unter Amnesie und der zweite Überlebende hüllt sich in Schweigen. So kommt es, dass Jannas erster Mordfall jahrzehntelang ungelöst bleibt. Nach 30 Jahren rollt Janna den Fall als „cold case“ noch einmal neu auf. Sie macht Katharina, inzwischen eine angesehene Anwältin, und Sebastian ausfindig und versucht erneut Hinweise und Indizien zu erhalten, was damals am Totenmaar wirklich passiert ist. Als Kahtharina sich zu erinnern scheint, wähnt sich Janna ihrem Ziel nahe.

Die Autorin wechselt in der Erzählweise zwischen der Ich-Perspektive von Katharina und der Perspektive eines autarken Erzählers. Sowas gefällt mir ja grundsätzlich sehr gut, allerdings fand ich Katharinas Passagen mitunter so verworren, dass ich sie mehrmals lesen musste. Durch die Perspektivwechsel kam meiner Meinung nach etwas mehr Spannung in die Sache, da Katharina offensichtlich genau weiß was damals passiert ist, es nur nicht in ihrer Erinnerung abrufen kann. Ich habe immer mit ihr mitgefiebert, dass sie vielleicht doch ihr Gedächtnis zurückerlangt und bei der Aufklärung der Morde an ihren Freunden helfen kann.

Was mir ein bisschen gefehlt hat, war die Tiefe der handelnden Personen. Ich habe mich mit keinem von ihnen angefreundet – Katharina ist zwar erfolgreiche Anwältin, ansonsten aber vollkommen lebensunfähig – passt für mich nicht so richtig zusammen. Klar, sie hat Schreckliches erlebt und die Psyche spielt eine entscheidende Rolle bei der ganzen Sache; aber jemand der so kaputt ist wie Katharina kann für mein Verständnis nur schwerlich Karriere machen. Aber gut. Janna, die Polizistin, ist … naja. Ich finde sie ist in ihrer Arbeitsweise unprofessionell – die leiseste Vermutung von Katharina, dass es einer ihrer Nachbarn gewesen sein könnte, löst bei ihr gleich das Triumphgefühl aus, den Fall nach 30 Jahren endlich gelöst zu haben. Sie lässt sich zu überstürzten Aktionen und undurchdachten Handlungen hinreißen, gleichzeitig scheint sie von üblicher Polizei-Ermittlungsarbeit wenig zu halten. Mit so einem Verhalten wird man ganz bestimmt nicht die Leitung der Mordkommission übertragen bekommen. Sebastian, zu guter Letzt, ist für mich der Unsympath schlechthin. Von Anfang an hab ich kein gutes Gefühl mit ihm gehabt und hab ich schnell in die Kategorie „Fiesling“ abgeschoben. Aus der Ecke ist er auch nicht mehr rausgekommen.

Der Plot an sich ist okay, da steckt viel Potenzial drin, was meiner Meinung nach nicht optimal genutzt worden ist. Ich weiß nicht, wie andere Leser dazu kommen können, dass das Ende „völlig überraschend“ ist. Im Ernst ? Ich hatte den Fall lange vor der Polizei gelöst. So schwer war das nicht zu durchschauen – gab es doch nur 2 Möglichkeiten, wie die Geschichte ausgehen könnte. Und spätestens beim Sprung in die Gegenwart war klar, was passiert sein musste. Klar, es wurden mögliche Täter präsentiert, aber wirklich falsche Fährten waren das für mich nicht – dafür war die Geschichte nicht genügend „ausgeschmückt“. Zu Anfang wird sehr detailreich beschrieben, welche Verletzungen den Jugendlichen beigebracht wurden und in welchem Zustand sich die Leichen genau befinden. Leider fehlt der Ermittlungsarbeit von Janna so eine detaillierte Ausarbeitung. Ich habe nichts gegen blutige und detaillierte Beschreibungen von Verletzungen und Leichen – die gehören zu einem Thriller halt irgendwie dazu, aber ein bisschen mehr Liebe zum Detail für die handelnden Personen und die Ermittlungsarbeit von Janna hätte dem Roman sehr gut getan.

Fazit:

Alles in allem kann der Roman bei mir nicht 100%ig landen. Die Charaktere waren mir zu flach und auch wenn die Geschichte durchaus spannend war, war für meinen Geschmack viel zu früh offensichtlich, wie es ausgehen wird. Alles in allem ist die Geschichte solide, aber an der ein oder anderen Stelle hätte ich mir mehr Rafinesse gewünscht.

3 von 5 Sternen

 

Vielen Dank an Eva-Maria Silber für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars !

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