Buchvorstellung: Die Montez – Juwelen


Die Montez-Juwelen


von Sabine Vöhringer

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 1804 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 280 Seiten
ASIN: B01MXY4Q00
Preis: 9,99 Euro (für Kindle), 11,99 Euro (Taschenbuch)
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Beschreibung:

»Ihre Schönheit verzaubert, ihr Glanz weckt Begierde«. Als Geschenk Ludwigs I. an seine Maitresse verführten die Juwelen schon im 19. Jahrhundert zu verhängnisvoller Liebe und tödlicher Leidenschaft. Tatsächlich taucht kurz nach der Schmuckpräsentation in der Hofstatt eine Leiche am Fischbrunnen des Marienplatzes auf. Hauptkommissar Tom Perlinger, bayerischer Sonnyboy mit amerikanischen Wurzeln, trifft nicht nur auf familiäres Chaos und seine Jugendliebe, sondern ausgerechnet sein Halbbruder Max, der Wirt des Hackerhauses, wird des Mordes verdächtigt …

Meinung:

Der Debüt-Roman von Sabine Vöhringer hat es in sich: eine Vernissage, der ein Mord am Münchner Marienplatz, im Herzen der Stadt, folgt. Ein Hauptkomissar, der aus dem Sabbatical zurückkehrt und seinen Bruder als Hauptverdächtigen in eben diesem Mord findet. Zwei alteingesessene Münchner Familien, die, obwohl eng miteinander verbunden, auf’s Bitterste miteinander zerstritten sind. Juwelen aus der Schatzkammer der Wittelsbacher, die König Ludwig I. einst seiner Mätresse Lola Montez geschenkt hat und für deren unschätzbaren Wert Menschen bereit sind, über Leichen zu gehen.

Es ist eine fein gesponnene Geschichte um Habgier, Geld, Macht und gekränkte Eitelkeiten. Besonders gut haben mir die Protagonisten gefallen. Ausnahmslos alle der handelnden Personen wurden sehr liebevoll und detailreich gezeichnet. Man hat das Gefühl, als würde man alte Bekannte treffen, wenn man zu Max, Hedi, Tom, Christl, Benno und Hubi ins Hackerhaus geht. Aber auch die Unsympathen der Geschichte sind wirklich gut beschrieben. Mayrhofer, Anian, Jakob und Carsten – alles keine Charaktere, mit denen man ein Bier trinken möchte, aber alle wirklich wunderbar beschrieben, so dass man sich ein Bild von ihnen machen kann. Wirklich großartig gelungen !

Auch die Recherche über die Familie und die Beziehungen der Wittelsbacher hat mir gut gefallen, ich kenn mich zwar nur mittelmäßig damit aus, aber ich fand das alles sehr plausibel. Dass die Juwelen per se eine Erfindung sind, war zu erwarten.

Was ich schwierig fand und was mir am Anfang echt Mühe gemacht hat, waren die vielen handelnden Personen. Ganz zu Anfang des Buches gibt es ein Personenregister und ich rate dringend, dieses aufmerksam zu studieren. Die ersten beiden Kapitel habe ich dreimal gelesen, weil ich mit den vielen handelnden Personen nicht klar gekommen bin. Es ist ein bisschen wie bei Tolstois „Krieg und Frieden“ – wenn man sich mal reingefuchst hat und weiß, wer wer ist, dann läuft’s 😉

Besonders hervorheben möchte ich auch noch, dass dieser München-Krimi nicht nur in München spielt, sondern auch ein Stück der Münchner Kultur rüberbringt: ein Wirtshaus spielt eine zentrale Rolle, ebenso wie eine (vergleichsweise neue) noble Einkaufspassage und, nicht zu vergessen, die wirklich großartigen Katakomben unter der Innenstadt. Die Münchner Mundart – mei, mal mehr mal weniger gelungen. Ich bin ja selbst keine gebürtige Münchnerin, aber hier gibts keinen Pflaumendatschi, sondern nur Zwetschgendatschi und für meine Ohren und Augen hätten einige Worte anders „gschrim ghert“. Aber sei’s wie’s sei – das tut dem Lesefluss und dem Spaß an der Geschichte nicht den geringsten Abbruch.

Es gelingt Vöhringer eine Spannung aufzubauen und auch durch das ganze Buch hindurch aufrecht zu erhalten. Etwa ab der Hälfte nimmt der Roman deutlich an Geschwindigkeit zu und die Puzzleteile fangen an, zusammenzupassen.

Ein bisschen schade fand ich, dass von Anfang an klar war, dass zwei unterschiedliche Parteien hinter den Juwelen her sind und dass es ausschließlich darum geht. Wäre nach der Vernissage einfach Schluss gewesen und hätte die Autorin darauf verzichtet die Hintergründe der Juwelen von Anfang an so stark zu beleuchten, wäre die Geschichte noch spannender gewesen.

Geschickt hat Vöhringer falsche Fährten ausgelegt und den Leser in die Irre geführt. Wer der Täter ist, hat sich mir jedoch früher als Tom erschlossen – nichtsdestotrotz war die Aufklärung, das „Warum“, doch überraschend. Positiv aufgefallen ist mir, dass sich Vöhringer nicht in Ungereimtheiten verzettelt hat. Die Lösung war die ganze Zeit präsent, aber nicht so offensichtlich, dass man direkt drauf gekommen wäre. Es gibt absolut einen roten Faden in der Geschichte und der Verlauf der Handlung wird an keinem Punkt unglaubwürdig oder völlig überdreht. Alle Schlussfolgerungen, die Tom zieht, sind absolut logisch hergeleitet und für den Leser jederzeit vollständig nachvollziehbar.

Fazit:

Ein absolut gelungenes Debüt ! Ich ziehe einen Stern ab für die Spannung, die für meinen Geschmack deutlich mehr hätte sein können. Nichtsdestotrotz gibt es von mir eine unbedingte Leseempfehlung und ich hoffe auf mehr Fälle von Tom Perlinger ! Toll !

4 von 5 Sternen

Vielen Dank an Sabine Vöhringer und an die Gmeiner-Verlag GmbH für das Rezensionsexemplar.

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