Buchvorstellung: Muttertag


Muttertag

ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi, Band 9

von Nele Neuhaus
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 2719 KB
Seitenanzahl der Printausgab: 552 Seiten
Verlag: Ullstein eBooks; Auflage: 1 (19. November 2018)
ASIN: B07FQ98T5W
Preis: 16,99 Euro (für Kindle), 22,00 Euro (Taschenbuch)
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Beschreibung:

Im Wohnhaus einer stillgelegten Fabrik wird eine Leiche gefunden. Es handelt sich um den ehemaligen Betreiber des Werks, Theodor Reifenrath, wie Kriminalhauptkommissarin Pia Sander feststellt. In einem Hundezwinger machen sie und ihr Chef Oliver von Bodenstein eine grausige Entdeckung: Neben einem fast verhungerten Hund liegen menschliche Knochen verstreut und die Spurensicherung fördert immer mehr schreckliche Details zutage. Reifenrath lebte sehr zurückgezogen, seit sich zwanzig Jahre zuvor seine Frau Rita das Leben nahm. Im Dorf will niemand glauben, dass er ein Serienmörder war.

Rechtsmediziner Henning Kirchhoff kann einige der Opfer identifizieren, die schon vor Jahren ermordet wurden. Alle waren Frauen. Alle verschwanden an einem Sonntag im Mai. Pia ist überzeugt: Der Mörder läuft noch frei herum. Er sucht sein nächstes Opfer. Und bald ist Anfang Mai.

Meinung:

Ich war sehr gespannt auf den nächsten Teil der Bodenstein-Kirchhoff-Reihe und so war ich natürlich höchst erfreut, als ich endlich den 9. Band auf meinen Kindle geladen hatte. Die Vorgänger habe ich samt und sonders verschlungen und fand sie alle sehr spannend und klug kontruiert.

Umso enttäuschter war ich diese Mal. Die Geschichte will nicht so recht in Gang kommen, die Ermittlungen gestalten sich zäh und es kommt einfach keine Spannung auf. Alles, was ich sonst an den Romanen von Nele Neuhaus geschätzt habe, fehlt dieses Mal. Pia hat den Birkenhof aufgegeben, dabei hat es sie für mich so „menschlich“, so „normal“ gemacht, dass sie neben ihrem Job als knallharte Ermittlerin den Ausgleich in körperlicher Arbeit und der relativen Abgeschiedenheit ihres Hofes findet. Außerdem hat sie neben ihrem Hof auch noch einiges von ihrem Biss verloren. In allen vorherigen Bänden der Reihe hat man auch privat etwas über die Kollegen des K11 erfahren, diesmal nicht. In Band 9 stehen Pias Chefin, die Kriminaldirektorin, und Pias Schwester im Vordergrund. Beides nicht unbedingt die Sympathieträger für mich. Aber gut.

Die Geschichte an sich hat mich auch nicht recht zu packen vermocht. Ees ist einfach zu stark konstruiert, zu abstrus und zu unglaubwürdig. Ein Ehepaar, dass sich verachtet, ja geradezu hasst „sammelt“ auf einem Fabrikgelände schwer erziehbare Kinder um diese mit mehr als nur fragwürdigen Methoden zur Räson zu bringen und das Jugendamt schaut zu. Sonnenklar, dass mindestens eines dieser Kinder zum Serienmörder werden muss. Und so war eigentlich schon von Anfang an klar, dass der Täter aus der „Familie“ kommen muss. Zuerst hat sich mir nicht erschlossen, was Fionas Suche nach ihrer leiblichen Mutter mit der ganzen Sache zu tun haben soll, aber am Ende sind hier die Fäden noch zusammengelaufen und das war im Nachhinein betrachtet tatsächlich noch das Spannendste an der Geschichte.

Der Showdown folgt dann am Flughafen in Frankfurt am Main, wo der Täter als Leiter der IT einen angesehenen Posten hat. Als er merkt, dass ihm die Polizei auf den Fersen ist, stürzt er den Frankfurter Flughafen mit einem Computer-Virus ins blanke Chaos, inklusive Beinahe-Absturz einer aus Japan ankommenden Maschine. Man fühlt sich ein bisschen wie in einem Hollywood-Actionstreifen – nur leider sind wir nicht in LA, sondern im beschaulichen Taunus. Und da passt es leider überhaupt nicht hin.

Fazit:

Für mich definitv der schlechteste Band der Reihe. Viel zu zäh und zu langatmig. Da bin ich von Nele Neuhaus Besseres gewohnt. Hoffentlich klappt das nächstes Mal wieder besser, sonst wäre es wohl klüger, die beiden Kommissare in den Ruhestand zu schicken um nicht eine großartige Buchreihe auf den letzten Metern nachhaltig zu zerstören.

3 von 5 Sternen

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