Buchvorstellung: München *2030*

München *2030* von Alexander Golfidis

Verlag: neobooks Self-Publishing
Veröffentlichungsdatum: 30. Mai 2013
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 373 KB
ASIN: B00D3BT2KC

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münchen2030

Beschreibung:

München im Jahr 2030 – Victor Roller, ein Pfiffikus und kleiner Gauner, verdient sich seinen Unterhalt mit Rollatorendiebstahl. Doch das Geschäft mit den gestohlenen Rollatoren wird bedingt durch die Verarmung der Bevölkerung immer schwieriger. In diesen Zeiten bekommt Victor eine Festanstellung in Haus Sonnenschein, einem Luxus-Altersheim, als Rollatorenmechaniker angeboten. Aber schon bald bekommt er mit, dass in Haus Sonnenschein nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Eines Tages entdeckt er dort eine geheime Wachkomastation mit unzählingen, ins Koma versetzten, Patienten. Victor fasst einen riskanten Plan …

Kritik:

Die Geschichte spielt 2030 in München. Die Bevölkerung ist völlig überaltet und kaum ein Mensch unter 65 lebt noch in der Stadt. Der Protagonist, Victor, ist Jahrgang 1960, seine Lebensgefährtin Susann und deren Mitbewohner Charly sind ungefähr im gleichen Alter. Sie leben am Rande des Existenzminimums, ernähren sich, wie nahezu alle Menschen in München, von Kidneybohnen, da alle anderen Lebensmittel nur noch für eine sehr kleine Schicht von Superreichen bezahlbar ist. Die Jungen sind in den Norden abgewandert und geben ausschließlich den Alten die Schuld an der ganzen Misere.

Der Autor beschreibt ganz gut ein mögliches Zukunftsszenario. Im Fokus steht hier die Altersarmut, da die Menschheit a) immer älter wird und b) immer weniger Kinder zur Welt kommen. Victor hält sich uns Susann durch kriminelle Machenschaften mehr schlecht als recht über Wasser. Als er einen Job als Rollatorenmechaniker in einem Luxus-Altenheim angeboten bekommt, ist er zunächst skeptisch. Letztlich fügt er sich, denn die Bezahlung ist gut und vor allen Dingen darf sich die Belegschaft an der Obst- und Gemüseauswahl bedienen. In Haus Sonnenschein wird eine „Mehr-Klassen-Gesellschaft“ gelebt. Es gibt eine Grundversorgung, eine Luxusversorgung und eine „Super-Luxus-Versorgung“, die ehemaligen Beamten, Politikern, Managern und Funktionären, sowie Menschen mit einer gesonderten Altersvorsorgeversicherung angedeiht und das Lebensalter auf bis zu 150 Jahre steigert. Als Victor zufällig herausfindet, wie diese „Super-Luxus-Versorgung“ aussieht und dass auch Susanns Cousine eine solche erhält, fasst er den Plan, die Cousine zu entführen und sich auf eine Insel abzusetzen. Das Geld, das er dafür zwingend benötigt will er von Pillen-Ede, einem Dealer für „Nirwana-Pillen“ (einem (illegalen) Sterbehilfe-Medikament) stehlen.

Trotz des ernsten Themas ist der Schreibstil von Autor Golfidis leicht verständlich und sehr flüssig. Das Buch lässt sich gut lesen, und ist ebenso tragisch und ernst wie komisch und witzig. Die Handlung ist in sich schlüssig und befasst sich augenzwinkernd mit dem durchaus sehr ernsten Thema des demografischen Wandels.

Fazit:

Ich habe mir das Buch im Rahmen einer kostenlosen Aktion bei Amazon runtergeladen. Es ist eine gute Lektüre für zwischendurch, die dennoch sehr nachdenklich stimmt. Das Thema ist hochsensibel und auch wenn der Fall vielleicht noch nicht in 17 Jahren eintritt, dann vielleicht in 30 oder 40. Unrealistisch jedenfalls ist diese Vorstellung nicht. Jedoch hätte man aus der Story noch mehr machen können, das Ende kam sehr plötzlich und unspektakulär. Da hätte ich mir ein bissschen mehr Ausdauer des Autors beim Schreiben gewünscht.
Nichtsdestotrotz kann ich das Buch weiterempfehlen.

4 von 5 Sternen



 

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